In
der Mitgliederversammlung am 16. Februar 1930 wurde die erste
einheitliche Musikerkleidung angeschafft.
Ein weiterer Höhepunkt brachte das Jahr 1932 mit der Austragung
des vierten Gau-Musikfestes des Hanauer Musikverbandes am 10.
Juli. Die Kapelle zählte 32 Musiker und war eine der stärksten
und besten von 19 mitwirkenden Musikkapellen.
Die Leitung der Kapelle wurde Herrn Artur Weigel aus Offenburg
übertragen. Unter seiner Stabführung beteiligte sich
die Musikkapelle an Pfingsten 1933 beim Bundesmusikfest in Freiburg.
Bei dieser Großkundgebung beteiligten sich 115 Musikkapellen
aus dem In- und Ausland. In der Mittelstufe konnte die Kapelle
wieder einen ersten Preis erringen.
Im
selben Jahr wurden die Musikvereine gleichgeschaltet in der Reichsmusikkammer,
aber auch unter dieser Regie verstand es die Kapelle ihr Eigenleben
weiter zu entwickeln. Man konnte im Jahre 1935 das 25-jährige
Bestehen der Musikkapelle feiern. Außer zahlreichen auswärtigen
Kapellen beteiligten sich auch sämtliche einheimischen Vereine
an dieser Feier.
Das
Jahr 1936 brachte innerhalb der Vereinsführung einen überraschenden
Wechsel. Durch Spannungen zwischen der damaligen Parteiführung
und der Vereinsführung des Musikvereins musste der erste
Vorstand Andreas Schley, nach 16-jähriger Führung von
seinem Amt zurücktreten. Bauunternehmer Josef Sütterlin
übernahm die Vereinsführung, doch musste er aus beruflichen
Gründen nach dreijähriger Tätigkeit die Vereinsführung
an Franz Heuberger abgeben. Obwohl durch Ausbruch des zweiten
Weltkrieges das gesamte Musizieren zum Erliegen kam, erledigte
Franz Heuberger als erster Vorstand die Vereinsgeschäfte.
Auch
dieser Krieg forderte bei den aktiven und passiven Vereinsmitgliedern
seine Opfer. Nach dem Kriegsgeschehen wurde am 24. Januar 1948
in der Generalversammlung die Musikkapelle wieder erneut gegründet.
Nach den Bestimmungen der Besatzungsmächte mussten besondere
Vorschriften erfüllt werden, damit überhaupt die Genehmigung
zum Musizieren und zur Vereinsarbeit erteilt wurde. Nach diesen
Bestimmungen konnte auch der 1. Vorsitzende Franz Heuberger den
Verein nicht weiterführen und musste sein Amt zur Verfügung
stellen. Als Nachfolger übernahm Herr Ludwig Tischer die
Vereinsführung bis er in der Mitgliederversammlung am 26.
Februar 1950 aus Altersgründen von seinem Amt zurücktrat.
Die Kapelle selbst hat Dirigent Weigel in zielbewusster Arbeit
bald wieder soweit gebracht, dass diese an jeder Veranstaltung
teilnehmen konnte. Dass seine Arbeit Früchte trug, zeigte
die Mitwirkung beim Bundesmusikfest am 24. Mai 1953 in Singen,
wo das Orchester beim Wertungsspiel in der Mittelstufe die Note
»Hervorragend« erhielt.
Eine
große musikalische Veranstaltung in unserem Dorf fand vom
4. bis 6. Juni 1955 statt. Zur Feier des 45-jährigen Jubiläums
wurde ein Bezirksfest mit Wertungsspiel durchgeführt. Viele
auswärtige Kapellen stellten sich den Wertungsrichtern im
St. Jakob. Unsere Musikkapelle konnte zu diesem Fest in einer
abermals neu beschafften Uniform auftreten.
Vom
2. bis 4. Juli 1960 konnte das 50-jährige Jubiläum der
Musikkapelle und das 40-jährige Bestehen des Vereins gefeiert
werden. Das Fest wurde als Verbandsmusikfest des Ortenauer Blasmusikverbandes
durchgeführt. |